Schlagwort-Archive: Masochismus

Wie fang ich an?

Es gibt Menschen, die einvernehmliches Hintern Versohlen als Aspekt der Liebe und Erotik reizvoll finden. Zu diesem Menschen gehöre ich. Das ist so, solange ich denken kann.

Etwa genauso lange schon begleitet mich das Gefühl, dass in den Köpfen vieler Menschen ziemlich diffuse, einseitige und vor allen Dingen lieblose, hässliche oder gar befremdlich schmutzige Bilder zu diesem Thema existieren. Die Idee eines kleinen Blogs, der damit aus meiner persönlichen Sicht etwas aufräumt, finde ich schon mal ziemlich schön.

Als ich mir als Jugendlicher meiner Affinitäten bewusst wurde, fühlte ich mich erst mal richtig unwohl in meiner Haut. In Lexika las ich unter »Masochismus« oder »Fetischismus« über dunkle psychiatrische Diagnosen und fühlte mich als Opfer irgendwelcher Störungen, die hoffentlich von alleine vorübergehen und die man derweil lieber verheimlichen oder möglichst ganz unterdrücken sollte.

In all diesen Jahren war kein Medium on- oder offline in der Lage, mir das Gefühl zu geben: »Hey, dich erregen einvernehmliche Schläge auf den Po? Das ist nicht pervers. Das ist okay so. Und vor allen Dingen ist das kein Widerspruch zur Liebe.« Dieser mediale Mangel motiviert mich, hier eine Seite zu schaffen, die anderen Menschen, die in ihren Köpfen vielleicht ähnlich gestrickte Endorphin-Schaltkreise entdeckt haben, ein gutes, enttabuisierendes Gefühl vermitteln kann.

»Aber das Internet ist doch schon voll von Spanking-Seiten!?«

Oh ja. Der Großteil jedoch sind Sammlungen multimedialer Posts, oft aus dubiosen kommerziellen Quellen, die in erster Linie visuell anregen (sollen), wobei die Übergänge zur Pornografie natürlich teilweise fließend sind. Ich möchte das hier nicht werten. Doch inwieweit seitenweise verstriemte Popos der/dem Suchenden, Neugierigen oder Verunsicherten die Hand reichen und sagen »Liebe und Spanking, Zärtlichkeit, Wärme und spielerischer Schmerz schließen einander nicht aus«, wage ich zu bezweifeln.

Ich möchte mir nicht anmaßen, genau das hier schaffen zu können. Aber ich mag wenigstens versuchen, das Thema mit einem liebe- und respektvollen Licht zu beleuchten, aus meiner Sicht wertvolle Fundstücke zu teilen und auf diese Weise vielleicht ein Stück weit zu enttabuisieren.

Werbeanzeigen